Neue wis­sen­schaft­li­che Erkenntnisse bewer­ten sowohl den Bedarf des Pferdes als auch den Gehalt an Eiweiß in Futtermitteln als prae­cae­cal (also VOR dem Dickdarm) ver­dau­li­ches Eiweiß, da nur die­ses vom Pferd absor­biert und genutzt wer­den kann. Die Online-Rationsberechnung Opti‑Ration®   rech­net auf Basis von pcv Eiweiß.

Scheppe

Bedarf (SOLL) praecaecal verdauliches Eiweiß

  • im Erhaltungsbedarf 3 gr bis 4 gr je 100 kg meta­bo­li­sche Körpermasse (Lebendgewicht hoch 0,75) je nach Rasse
  • bei Leistung (Wachstum, Arbeit, Zucht) 6 bis 14 gr je MJ umsetz­ba­re Energie (ME)

Maximalwert

350% vom Tagesbedarf je nach

  • Alter
  • Rasse
  • Ernährungszustand
  • Leistung

Minimumwert

70% bis 90% vom Tagesbedarf – je nach

  • Ernährungszustand
  • Leistung

 

Der Eiweißbedarf eines Pferdes ist leis­tungs­ab­hän­gig – wach­sen­de und arbei­ten­de sowie Pferde im Zuchteinsatz haben einen deut­lich höhe­ren Eiweißbedarf als Pferde im Erhaltungsbedarf. Auch Rasse und Bemuskelung haben auf den Eiweißbedarf einen Einfluss.

Pferde sind gegen­über hohen Eiweißgaben recht tole­rant, sie ver­tra­gen kurz­fris­tig (z.B. bei „fet­tem“ Weidegras) einen Eiweißüberschuss bis zum Dreifachen des berech­ne­ten Bedarfes, ohne dabei Schaden zu neh­men. Auch wird Rehe ent­ge­gen anders­lau­ten­der Angaben nicht durch Eiweißüberschuss aus­ge­löst. Zuviel Eiweiß belas­tet jedoch den Stoffwechsel und erhöht die Ammoniakausscheidung. Deswegen sind die hohen Grenzwerte kein “Freibrief” für dau­er­haft sehr hohen Eiweißüberschuss.

Erst bei Unterschreitung des Bedarfs um mehr als 30% tre­ten die typi­schen Symptome von Eiweißmangel wie abneh­men­de Freßlust, Hautprobleme, Muskulaturabbau und Abwehrschwäche auf.

HINWEISE ZUR RATIONSOPTIMIERUNG:

Ist der Eiweißgehalt zu hoch, belas­tet dies die Leber und die Nieren dei­nes Pferdes.

 

Das kannst du tun:

  • Reduziere die Gesamtration.
  • Reduziere die Weidezeit bei sehr üppi­gen Weiden oder nut­ze eine Fressbremse
  • Füttere ein Krippenfutter mit weni­ger Eiweiß.
  • Ersetze eiweiß­rei­che Futtermittel wie z.B. Getreide durch eiweiß­ar­me Futtermittel wie z.B. Möhren

 

Ist der Eiweißgehalt zu nied­rig, führt das bei dei­nem Pferd kurz­fris­tig zu Leistungsdepression, lang­fris­tig zu Gewichtsverlust, Muskulaturabbau und Abwehrschwäche.

 

Das kannst du tun:

  • Erhöhe die Menge an eiweiß­rei­chem Krippenfutter.
  • Du kannst dazu die Datenbank abstei­gend nach Eiweißgehalt sortieren.
  • Ersetze eiweiß­ar­me Futtermittel wie z.B. Möhren durch eiweiß­rei­che Futtermittel wie z.B. Getreide oder Sojaextraktionsschrot
  • Wähle aus der Datenbank ein Futter mit hohem Anteil an prae­cae­cal ver­dau­li­chem Eiweiß, meist ein Sport- oder Zuchtfutter.