Mangan ist ein wichtiges Spurenelement in der Pferdefütterung. Es spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, ist an zahlreichen Enzymfunktionen beteiligt und hat Bedeutung für Muskeln, Knochen, Gelenke, Bindegewebe, Nerven, Fruchtbarkeit und das Immunsystem.
Die gute Nachricht: Die Versorgung des Pferdes mit Mangan ist in der Regel über Grünfutter und Heu abgesichert. Akute Mangelzustände sind deshalb selten. Gleichzeitig sind Pferde gegenüber einer höheren Manganaufnahme vergleichsweise tolerant. Entscheidend ist trotzdem, die Ration im Blick zu behalten — vor allem bei Leistung, Wachstum, Zucht, Stress oder besonderen Stoffwechselsituationen.
Mit Opti-Ration kannst du die Manganversorgung in der Gesamtration prüfen, Soll- und Ist-Werte vergleichen und gezielt optimieren. Die Datenbank von Opti‑Ration® enthält die Manganwerte der Futtermittel.
Warum ist Mangan für Pferde wichtig?
Mangan übernimmt im Organismus des Pferdes viele Aufgaben. Es ist an verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt und unterstützt unter anderem:
- die Funktion zahlreicher Enzyme
- Muskelstoffwechsel und Belastbarkeit
- Knochen- und Gelenkentwicklung
- Bindegewebe und Knorpel
- Nervenfunktion
- Fruchtbarkeit
- Hautstoffwechsel und Immunsystem
Gerade in Phasen mit höherer Beanspruchung kann der Manganbedarf steigen. Das betrifft zum Beispiel Pferde im Wachstum, Pferde in Arbeit, Zuchtstuten und Hengste, Pferde mit PSSM/MIM oder Cushing sowie Pferde mit erhöhtem oxidativem Stress.
Wer hierzu mehr wissen möchte, dem empfehlen wir den Artikel von Frau Dr. Weyrauch
Wie hoch ist der Manganbedarf beim Pferd? SOLL Bedarf Mangan
- Der Manganbedarf richtet sich nach Nutzung, Stoffwechsellage und Körpermasse.
- im Erhaltungsbedarf 4,5 mg je 1 kg metabolische Körpermasse (SOLL-Lebendgewicht hoch 0,75)
- Wachstum, Arbeit- oder Zuchtleistung 6 mg
- Saugfohlen abweichend
Zuschläge für:
- (oxidativen) Stress
- PSSM/MIM
- überdurchschnittliche Bemuskelung
Die einfache Faustformel lautet:
Mehr Leistung, mehr Stress, mehr Bedarf an Mangan.
Wie wird das Pferd normalerweise mit Mangan versorgt?
In der Praxis stammt ein großer Teil des Mangans aus dem Grundfutter. Heu und Grünfutter liefern häufig bereits relevante Mengen, sodass die Versorgung in vielen Rationen grundsätzlich gesichert ist.
Deshalb sind akute Mangelsituationen beim Pferd eher selten. Auch eine echte Überversorgung ist unter normalen Fütterungsbedingungen meist unwahrscheinlich. Kritisch kann es vor allem dann werden, wenn zusätzlich Mineral- oder Zusatzfutter mit sehr hohen Mangangehalten eingesetzt werden.
Mangan im Heu und in der Gesamtration
Die Manganwerte einzelner Futtermittel können sich deutlich unterscheiden. Deshalb sollte die Beurteilung nicht isoliert, sondern immer im Zusammenhang mit der gesamten Tagesration erfolgen.
Wenn du eigenes Heu einsetzt, lohnt sich ein genauer Blick auf die eingetragenen Werte. Besonders bei auffälligen Analyseergebnissen solltest du prüfen, ob der Wert realistisch ist. Auch Witterungseinflüsse können Analysewerte beeinflussen.
Wichtig ist deshalb nicht nur der einzelne Laborwert, sondern die fachliche Einordnung der gesamten Ration.
Wann wird ein Manganmangel beim Pferd relevant?
MINIMUM WERT = Tagesbedarf
Als Untergrenze wird der Tagesbedarf angenommen. Ob eine Versorgung im Einzelfall ausreicht, hängt jedoch immer auch von Nutzung, Belastung, Alter und besonderen Anforderungen des Pferdes ab.
Ein zu niedriger Mangangehalt in der Ration kann sich zunächst unspezifisch zeigen. Mögliche Folgen sind zum Beispiel:
- Leistungsdepression
- Muskelprobleme oder erhöhte Empfindlichkeit nach Belastung
- Hautfunktionsstörungen
- Abwehrschwäche
Langfristig kann eine unzureichende Versorgung problematischer werden, etwa in Bezug auf:
- Gelenk- und Skelettentwicklung
- Fruchtbarkeit
- Bindegewebe
- Belastbarkeit und Regeneration
Besonders aufmerksam solltest du sein bei Pferden im Wachstum, in intensiver Arbeit, bei Zuchtpferden und bei Pferden mit erhöhter Stoffwechselbelastung.
Wann ist zu viel Mangan problematisch?
Maximal 6 mg je kg SOLL-Lebendgewicht
Pferde gelten gegenüber höheren Manganmengen als relativ tolerant. Trotzdem sollte die Versorgung nicht dauerhaft unnötig hoch liegen.
Sehr hohe Mangangehalte können ungünstig sein und möglicherweise die Eisenverwertung beeinträchtigen. Deshalb lohnt sich bei auffälligen Werten immer ein Blick auf die gesamte Mineralstoffversorgung und auf die tatsächlich eingesetzten Ergänzungsfuttermittel.
Solange der Wert nur moderat erhöht ist und sich im unkritischen Bereich bewegt, besteht oft kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Entscheidend ist die fachliche Gesamtbewertung der Ration.
Als Orientierungswert kann ein Maximumwert von 6 mg Mangan je kg Soll-Lebendgewicht herangezogen werden. Damit lässt sich die Versorgung vorsichtig bewerten, ohne bei leicht höheren Werten unnötig Alarm auszulösen.
Also keine Angst vor hohen Werten. Die Ration ist auch dann meist noch im grünen Bereich, wenn der Mangangehalt deutlich über dem Soll-Wert liegt. Der Grenzwert wird jedoch nicht mehr auf Basis der Trockensubstanz der Gesamtration berechnet, sondern bezieht sich auf das Gewicht des Pferdes. So können langfristige Lagerintoxikationen vermieden werden.
HINWEISE ZUR RATIONSOPTIMIERUNG:
So optimierst du eine manganarme Ration
Wenn der Mangangehalt zu niedrig ist, kannst du Schritt für Schritt vorgehen:
- Prüfe alle eingesetzten Futtermittel auf ihren Mangangehalt.
- Kontrolliere die hinterlegten Werte für dein eigenes Heu.
- Vergleiche die gesamte Ration statt nur einzelner Komponenten.
- Wähle bei Bedarf ein Mineral- oder Zusatzfutter mit höherem Mangangehalt.
- Lass bei Unsicherheit eine Heuanalyse durchführen.
Wichtig: Nicht blind ergänzen, sondern immer die Gesamtration bewerten. Gerade bei Spurenelementen kommt es auf das Verhältnis und die tatsächliche Versorgung an.
So gehst du mit zu hohen Manganwerten um
Wenn der Mangangehalt auffällig hoch ist:
- Prüfe zuerst die Werte der eingesetzten Ergänzungsfutter.
- Überprüfe dein Heu, lass evtl. eine Heuanalyse bei der LUFA durchführen.
- Starkregenereignisse können ebenfalls zu erhöhten Manganwerten im Heu führen. Wenn die Fläche durch Starkregen tagelang „unter Wasser“ stand, hinterlässt das langsam abfließende Wasser an den Stängeln des Heus abgelagerte Mangan (oder auch Eisen)-Teilchen. Diese befinden sich jedoch nicht IM Heu, sondern AM Heu. Bei der Analyse werden sie ermittelt, im Pferd landen sie jedoch eher nicht. Der Staub fällt bei der Futtervorlage herunter. Solange der Wert im gelben Bereich liegt, besteht keine Notwendigkeit, etwas zu ändern.
- Reduziere unnötig hoch manganhaltige Zusatzprodukte.
- Behalte die gesamte Mineralstoffversorgung im Blick.
- Beurteile die Ration nicht nur nach einem Einzelwert, sondern im Gesamtzusammenhang.
Nicht jeder rechnerisch hohe Wert ist automatisch ein praktisches Problem. Entscheidend ist, ob die Ration insgesamt noch im sinnvollen Bereich liegt.
Mangan berechnen statt raten
Ob dein Pferd ausreichend mit Mangan versorgt ist, lässt sich am besten über eine strukturierte Rationsberechnung beurteilen. Genau dafür enthält die Opti-Ration-Datenbank die Manganwerte zahlreicher Futtermittel.
Mit Opti-Ration kannst du:
- Soll- und Ist-Werte vergleichen
- die gesamte Ration bewerten
- Defizite und Überschüsse erkennen
- passende Futtermittel gezielt auswählen
- deine Fütterung fachlich fundiert optimieren
Häufige Fragen zu Mangan beim Pferd
Wie wichtig ist Mangan in der Pferdefütterung?
Mangan ist ein wichtiges Spurenelement für Stoffwechsel, Enzymfunktionen, Muskeln, Knochen, Gelenke, Bindegewebe, Nerven und Fruchtbarkeit.
Haben Pferde häufig einen Manganmangel?
Eher selten. Die Versorgung ist über Grünfutter und Heu meist gut abgesichert. Relevant wird das Thema vor allem bei erhöhtem Bedarf oder unausgewogenen Rationen.
Kann ein Pferd zu viel Mangan aufnehmen?
Unter normalen Bedingungen ist eine problematische Überversorgung eher selten. Kritischer können sehr manganreiche Zusatzprodukte sein, wenn sie ohne Gesamtbewertung eingesetzt werden.
Wann steigt der Manganbedarf?
Vor allem bei Wachstum, Arbeit, Zucht, oxidativem Stress, PSSM/MIM und bei überdurchschnittlicher Bemuskelung.
Sollte ich mein Heu analysieren lassen?
Ja, besonders wenn du mit eigenen Heuwerten arbeitest oder die Ration rechnerisch auffällig ist. Eine Heuanalyse hilft, die Versorgung realistischer zu beurteilen.
Fazit
Mangan wird in der Pferdefütterung oft unterschätzt, obwohl es für viele Körperfunktionen wichtig ist. Die Grundversorgung ist meist gut, aber in bestimmten Lebens- und Leistungssituationen kann eine gezielte Kontrolle sinnvoll sein.
Wer die Ration nicht nur nach Gefühl, sondern fachlich sauber bewerten will, sollte die Manganversorgung immer im Zusammenhang mit dem gesamten Fütterungskonzept prüfen.
Mit Opti-Ration kannst du genau das tun: berechnen, vergleichen und gezielt optimieren.
Quellen:
